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Orte, die Begegnung ermöglichen

– Autor: .

„Man muss Orte schaffen, an denen Menschen sich automatisch treffen. (
) Auf dem Dorf ist man oft einsamer, als man das vom Klischee her denkt.“

– Katrin Göring-Eckardt

Diesen Gedanken hat Katrin Göring-Eckardt heute Abend bei ihrer Lesung in Stendal formuliert – und er geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

In meinem Ehrenamt als bĂŒndnisgrĂŒner Kreisvorsitzender in der Altmark habe ich die Veranstaltung organisiert. Anlass war ihr Buch "Deutschland, lass uns reden", doch im GesprĂ€ch mit dem Publikum ging es schnell um etwas GrundsĂ€tzlicheres: um Zusammenhalt, um das GefĂŒhl von Zugehörigkeit – und um die Frage, warum beides gerade im lĂ€ndlichen Raum oft fragiler ist, als wir es uns eingestehen.

Lesung mit Katrin Göring-Eckardt
Im GesprÀch: Miriam Zeller und Katrin Göring-Eckardt

Denn die Vorstellung vom Dorf als sozialem SelbstlĂ€ufer hĂ€lt sich hartnĂ€ckig. Man kennt sich, man hilft sich, man begegnet sich ohnehin – so das Bild. Die RealitĂ€t sieht vielerorts anders aus. Wege werden lĂ€nger, Treffpunkte weniger, LebensentwĂŒrfe vielfĂ€ltiger. Und damit wĂ€chst auch die Gefahr von Einsamkeit – leiser, weniger sichtbar, aber nicht weniger real.

Was mir an diesem Abend besonders deutlich wurde: Begegnung passiert nicht einfach. Sie braucht einen Rahmen.

Genau darin liegt der Kern dessen, woran wir bei CoWorkLand arbeiten. Mit dem Konzept der MehrWertOrte geht es nicht nur um Schreibtische und WLAN. Es geht um bewusst gestaltete RĂ€ume, die soziale Infrastruktur neu denken: als Orte, an denen Arbeit, Austausch und Gemeinschaft zusammenkommen.

Orte, die niedrigschwellig sind. Die im Alltag verankert sind. Und die Begegnung nicht dem Zufall ĂŒberlassen.

Wenn wir ĂŒber gleichwertige LebensverhĂ€ltnisse sprechen, dann gehört genau das dazu: RĂ€ume, die NĂ€he ermöglichen. Gerade dort, wo sie nicht mehr selbstverstĂ€ndlich ist.

Die Lesung hat mir einmal mehr gezeigt, wie zentral diese Frage ist. Und dass wir mit der Idee der MehrWertOrte nicht nur ein praktisches Angebot machen – sondern auf ein sehr grundlegendes gesellschaftliches BedĂŒrfnis antworten.

Denn NÀhe entsteht nicht zufÀllig. Sie entsteht dort, wo wir ihr Raum geben.


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