2021-09-10

Coworking und Banken

Das »BLOK O« in Frankfurt (Oder)

Das »BLOK in Frankfurt (Oder)

Eine Bankfiliale lohnt sich in Zeiten von Online-Banking immer seltener für eine Bank. Die Wirtschaftsberatung PwC vermutet deshalb, dass in den nächsten zwei Jahren bis zu 40 Prozent aller Filialen, geschlossen werden könnten.

Dies ist keine überraschende Entwicklung. Seit 2005 hat sich die Anzahl von Bankfilialen von mehr als 46.000 auf nur noch rund 28.000 in 2019 reduziert. Im Jahr 2023 sind es vielleicht nur noch etwas mehr als 16.800 Bankfilialen.

Allein 2020 wurden bundesweit mehr als 3.000 Bankfilialen geschlossen. Aufgrund des Wettbewerbs, der Strafzinsen der EZB und der zunehmenden Digitalisierung des Bankengeschäfts, dünnen die Banken ihr Filialnetz aus.

Eine Pflicht, Filialen zu betreiben, haben Banken nicht. Vielleicht mit Ausnahme der dem Gemeinwohl verpflichteten Sparkassen, die zur Daseinsvorsorge zählen. Jedoch schließen auch sie Fililalen und muten Kunden längere Wege zu.

Neue Konzepte sind gefragt

Einige Banken versuchen Schließungen zu vermeiden und suchen neue Optionen für die Filialflächen. Dabei setzen immer mehr Banken auch auf Coworking, um Standorte zu erhalten und Kunden neue Dienste anzubieten.

Der Coworking Space »BLOK O« der Sparda-Bank Berlin eG in Frankfurt (Oder), die mit von der Volksbank Mittweida eG betriebene »Werkbank32« und die »Werkbank Heinsberg« der Kreissparkasse Heinsberg sind dafür Beispiele.

Nicht immer klappt das. Das Projekt »VR Coworking« der VR Bank Tübingen pausiert momentan nach einem ersten Vesuch. Jedoch versuchen es auch immer mehr Banken. Demnächst eröffnet die VR Norderstedt ihr »Camp Nord«.

Auch international versuchen sich immer mehr Banken in Coworking. Die Coworking-Kette »Idea Hub« der polnischen Idea Bank ist ein bekanntes Beispiel in Europa, aber auch in den USA lässt sich diese Entwicklung beobachten.

Banken profitieren von Coworking

Durch Coworking Spaces können Banken neue Umsätze generieren und sich ihren aktuellen Herausforderungen kreativ stellen. Denn auch Bankangestellte müssen lernen, agiler und abteilungsübergreifender zusammen zu arbeiten.

Die neue Arbeitsumgebung hilft Banken auch, aus ihrem nur Fehler vermeidenden Verhaltensmuster auszubrechen, Geschwindigkeit aufzunehmen, kreativer zu denken und dabei vollkommen neue Kundenerlebnisse zu schaffen.

Es geht darum, mehr als Banking, das heutzutage vor allem online stattfindet, anzubieten. Dies zieht Kunden an, hilft aber auch im Recruiting. Auch eine Bank muss inzwischen darum kämpfen, neue Talente von sich zu überzeugen.

Und dann ist da auch noch die Aufmerksamkeit, die innovative Coworking-Projekte von traditionellen Akteuren auf sich ziehen. Es gibt ein hohes Interesse an neuen Orten, die Veränderungsprozesse flächendeckend unterstützen.

Zuerst erschienen in »Coworking @ Sachsen-Anhalt #5«.


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