Persönliche Notizen

Magdeburger DSAM-Cup 2026

Vom 1. bis 3. Mai 2026 nahm ich in Magdeburg an der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft teil, kurz DSAM-Cup. Heute ging das Turnier zu Ende – und nach einem unglücklichen Auftakt gelang mir noch ein Schlussspurt, mit dem ich selbst nicht mehr gerechnet hatte.

Ein Auftakt mit vertauschten Vorzeichen

In der ersten Runde spielte ich gegen einen Schachfreund aus Cottbus. Laut anschließender Analyse kam ich gut aus der Eröffnung und stand zwischenzeitlich sogar bei +2,2. Nur erkannte ich meinen Vorteil in der chaotischen Stellung nicht. Mein Gegner spielte ungewöhnlich, ich reagierte unpräzise – und plötzlich war die Partie mit -5,3 gekippt.

Immerhin kämpfte ich mich noch einmal zurück. Die Stellung war wieder völlig ausgeglichen, doch im Endspiel verlor ich die Partie schließlich trotzdem. Ein denkbar unglücklicher Start in das Turnier.

Ich habe vergessen, wie man gewinnt

In der zweiten Runde führte ich die schwarzen Steine gegen das Londoner System. Nach einem etwas zähen Beginn entwickelte sich eine über mehr als 40 Züge hinweg völlig ausgeglichene Partie. Mein Gegner spielte fehlerlos, und ein Gewinnweg war weit und breit nicht zu finden.

Am Ende ließ er mir nur die Wahl zwischen dreifacher Stellungswiederholung und Patt. Da mir Letzteres in einer Turnierpartie bislang noch nie passiert war, ergriff ich die Gelegenheit und ließ es zu. Ein halber Punkt – und eine kleine schachliche Premiere.

Der erste Sieg

In der dritten Runde spielte ich mit Weiß gegen einen Schachfreund aus Flechtingen. Es wurde eine intensive und über weite Strecken ausgeglichene Partie, die dreieinhalb Stunden dauerte. Wie so oft im Schach entschied am Ende ein einziger Fehler.

Screenshot einer digitalen Schachpartie zwischen Tobias Kremkau und Thilo Wiedemann. Zu sehen ist ein Turmendspiel nach dem markierten schwarzen Zug …Tf5. Die Stellung wird mit +5,4 klar zugunsten von Weiß bewertet; der Partieausgang ist mit 1:0 angegeben.

Dritte Runde: Kremkau – Wiedemann, 1:0

Nach dem Zug des schwarzen Turms von f8 nach f5 war die Stellung meines Gegners nicht mehr zu halten, und ich gewann die Partie. Das war bedauerlich für meinen Gegenüber. Der vorausgegangene Kampf hatte uns beiden jedoch große Freude bereitet – und genau solche Partien sind schließlich der Grund, weshalb wir Turnierschach spielen.

Plötzlich läuft es

Auch die zweite Partie des zweiten Turniertages konnte ich für mich entscheiden. In der vierten Runde spielte ich mit Schwarz gegen einen ausgesprochen unorthodox spielenden Schachfreund aus Ochtendung. So recht fand ich nie ein Gefühl für die Stellung.

Screenshot einer digitalen Schachpartie zwischen Jannik Höblich (Weiß, 1632) und Tobias Kremkau (Schwarz, 1708), Spielstand 0:1. Gezeigt ist eine komplexe Mittelspielstellung. Der weiße Bauer auf g6 ist hervorgehoben; die Engine-Bewertung zeigt Vorteil für Schwarz (−2,6).

Vierte Runde: Höblich – Kremkau, 0:1

Dann unterlief meinem Gegner im 27. Zug der entscheidende Fehler: Er zog den Bauern nach g6, statt den Randbauern nach h6 zu spielen. Die Partie kippte zu meinen Gunsten, und auf einmal stand ich bei 2,5 Punkten aus vier Partien.

Was für ein Schlussspurt

In der fünften und letzten Runde hatte ich schließlich ein gewonnenes, aber technisch anspruchsvolles Endspiel auf dem Brett. Dieses Mal ließ ich nichts mehr anbrennen und brachte den Vorteil konsequent nach Hause.

Damit gewann ich meine letzten drei Partien in Folge und beendete den DSAM-Cup mit 3,5 Punkten aus fünf Partien. Nach dem Fehlstart am Freitag bin ich mit diesem Ergebnis wirklich sehr zufrieden. Es wird meiner DWZ und meiner Elo einen großen Schub geben.