Meine bislang höchste DWZ
Bis vor Kurzem lag meine DWZ bei 1592. Das waren rund 150 Punkte mehr als im Herbst 2022, als ich nach längerer Pause wieder mit dem Schachspielen angefangen hatte.
Die DWZ, kurz für Deutsche Wertungszahl, soll die Spielstärke eines Schachspielers abbilden. Wer gewinnt – insbesondere gegen stärkere Gegner –, verbessert seine Wertungszahl. Auf diese Weise lassen sich Spieler miteinander vergleichen. Die DWZ ist das Wertungssystem des Deutschen Schachbundes (DSB) und funktioniert ähnlich wie die internationale Elo-Zahl.
Für mich war diese Zahl lange etwas recht Statisches. Bis zum vergangenen Jahr spielte ich ausschließlich im Ligabetrieb. Das bedeutete neun Partien pro Saison und in der Regel eine neue DWZ am Ende der Spielzeit. Viel Bewegung kam dadurch nicht in die Zahl – unabhängig davon, wie viel ich zwischen den Mannschaftskämpfen spielte, trainierte oder über Schach nachdachte.
Seit dem vergangenen Jahr nehme ich wieder häufiger an Turnieren teil. Damit kamen nicht nur mehr Partien zusammen, sondern auch regelmäßigere Auswertungen. Besonders meine beiden jüngsten Turniere haben sich bemerkbar gemacht: die Landeseinzelmeisterschaft Sachsen-Anhalt 2026 und der DSAM-Cup 2026 in Magdeburg. Beide brachten mir einen deutlichen Zuwachs bei der DWZ – und außerdem meine erste Elo-Zahl.
In der vergangenen Woche kam dann noch eine Veränderung hinzu, die weniger mit meinen eigenen Partien zu tun hatte. Der Deutsche Schachbund stellte sein Berechnungssystem auf eine neue Wertungsordnung um und nahm zugleich eine einmalige Anhebung der DWZ vor. Damit soll das deutsche Wertungsniveau an das zuletzt gestiegene FIDE-Elo-Niveau angeglichen werden. Die Hintergründe dazu erläutert der DSB in seinen Informationen zur Einführung des Wertungsportals und zur Anpassung der DWZ.
Meine neue DWZ lautet nun: 1779.
Damit ist sie die höchste meiner bisherigen Schachlaufbahn – wenn auch zum Teil zwangsläufig, weil sich nicht nur meine Zahl, sondern das gesamte System verändert hat. Trotzdem fühlt es sich gut an, dort zu stehen.
Ich bin gespannt, wie sich die neuen Zahlen psychologisch auf eine Wettkampfpartie auswirken. Schließlich muss sich erst ein neues Gefühl dafür entwickeln, was die DWZ über die zu erwartende Spielstärke des Gegenübers tatsächlich aussagt. Die Zahl ist eine andere geworden – aber wie schnell verändert sich die eigene Wahrnehmung mit ihr?
