Update: Neuer Kreisvorstand
Am 24. April schrieb ich auf diesem Blog, dass mein Engagement als Kreisvorsitzender der Altmark beendet sei. Unsere damalige Kreisschatzmeisterin war aus Vorstand und Partei ausgetreten, der Kreisvorstand galt damit nicht mehr als handlungsfähig und der Landesvorstand übernahm die Geschäftsführung.
Heute konnten wir auf einer außerordentlichen Kreismitgliederversammlung einen neuen Kreisvorstand wählen. Jutta und ich sind erneut als Kreisvorsitzende angetreten. Unsere Stendaler Stadträtin Miriam Zeller hat sich bereit erklärt, zusätzlich das Amt der Kreisschatzmeisterin zu übernehmen – ausdrücklich befristet bis nach der Landtagswahl.
Damit ist der Kreisverband wieder handlungsfähig. Wir können den Wahlkampf organisieren, Veranstaltungen durchführen, unsere Kandidat*innen unterstützen und die politische Arbeit in der Altmark fortsetzen.
Das ist eine gute Nachricht. Aber es ist kein Neuanfang.
Denn die grundlegenden Probleme sind dadurch nicht gelöst. Drei Menschen haben noch einmal Verantwortung übernommen, weil mitten in einem Landtagswahlkampf niemand ernsthaft wollen kann, dass ein ganzer Kreisverband führungslos wird oder sogar aufgelöst werden muss. Wir sind nicht erneut angetreten, weil die Vorgänge der vergangenen Monate aufgearbeitet worden wären oder sich die Rahmenbedingungen verbessert hätten. Wir sind angetreten, weil wir uns unseren Mitgliedern, unseren Kandidat*innen und der demokratischen Verantwortung in der Region verpflichtet fühlen.
Der Landesvorstand hatte im April die Kontrolle über die Geschäftsführung übernommen. Eine tragfähige Perspektive für den Kreisverband ist daraus allerdings nicht entstanden. Die Lösung musste erneut vor Ort gefunden werden – von genau den Ehrenamtlichen, die zuvor die Folgen der Eskalation tragen mussten.
Das hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Wer ehrenamtliche Strukturen beschädigt, kann nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass die Betroffenen anschließend noch einmal einspringen und alles auffangen. Dass wir es trotzdem getan haben, darf nicht mit einer Befriedung des Konflikts verwechselt werden.
Unsere Entscheidung ist deshalb klar befristet: Jutta, Miriam und ich werden bei der regulären Vorstandswahl im Herbst nicht erneut kandidieren.
Bis dahin werden wir unsere Aufgaben verlässlich erfüllen. Wir werden den Landtagswahlkampf organisieren, den Kreisverband arbeitsfähig halten und eine geordnete Übergabe ermöglichen. Danach müssen andere Verantwortung übernehmen.
Das betrifft nicht nur die Mitglieder des Kreisverbands. Auch der Landesvorstand steht in der Pflicht, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, wie ehrenamtliches Engagement vor Ort unterstützt und geschützt werden kann. Kreisverbände funktionieren nicht dauerhaft durch Pflichtgefühl, Selbstausbeutung und die Hoffnung, dass am Ende doch wieder dieselben Menschen einspringen.
Diese Aufgabe wird allerdings voraussichtlich einem künftigen Landesvorstand zufallen. Denn der amtierende Landesvorstand dürfte nach dieser Landtagswahl – unabhängig von ihrem Ausgang – politisch kaum noch einmal antreten können.